Die Zukunft hat die unangenehme Eigenschaft, zunächst völlig absurd zu wirken – bis sie plötzlich Alltag ist. Also: ein kleiner Blick in die Glaskugel für Journalismus und Kommunikation. Einige dieser Punkte wirken heute noch lächerlich. Aber das ist meistens ein ziemlich gutes Zeichen dafür, dass sie schneller eintreten, als uns lieb ist..😊
1. In jeder Redaktion gibt es jemanden, dessen wichtigster Job darin besteht, KI-Agenten davon abzuhalten, Unsinn zu veröffentlichen.
2. Das Redaktionsbudget enthält nicht nur Honorare für freie Autoren, sondern auch Dutzende spezialisierte KI-Agenten – für Recherche, Faktencheck, Übersetzungen oder Headline-Tests. Dabei wird jedem Agenten ein Token-Budget zugewiesen.
3. Medienhäuser und Verlage kaufen schnell wachsende Start-Ups und Medienmarken, die fast vollständig von KI-gestützten Workflows betrieben werden.
4. Stellenanzeigen verlangen selbstverständlich Erfahrung im Umgang mit KI-Agenten – so selbstverständlich, wie früher Excel- oder CMS-Kenntnisse gefordert wurden.
5. Redaktionen beschäftigen mehr KI-Agenten als festangestellte Mitarbeitende – und irgendjemand koordiniert beide.
6. Verlage werben nicht mehr mit der Größe ihrer Redaktion, sondern damit, wie viel hochwertiger Journalismus pro Kopf entsteht.
7. Themenvorschläge landen morgens bereits priorisiert im Redaktionssystem, weil KI-Agenten Trends erkannt, Quellen ausgewertet und erste Recherchen durchgeführt haben.
8. Lebensläufe verlieren an Bedeutung. Entscheidend ist das nachweisbare Portfolio aus Artikeln, Recherchen und erfolgreichen Kommunikationskampagnen. Denn KI-Agenten übernehmen für Arbeitgeber das Screening.
9. Bevor eine Redaktion einen neuen KI-Agenten einführt, muss er einen simulierten Breaking-News-Fall bestehen – inklusive falschen Gerüchten, widersprüchlichen Quellen und Zeitdruck.
10. Jeder Journalist und Kommunikationsprofi verfügt über seine eigene Sammlung spezialisierter KI-Agenten – für Recherche, Social Media, Community-Management, SEO, Analyse und Distribution.
Natürlich ist diese Liste bewusst zugespitzt. Manche Entwicklungen werden langsamer kommen, andere deutlich schneller. Entscheidend ist jedoch nicht, welcher einzelne Punkt eintritt, sondern dass sich die Rolle von Journalisten und Kommunikatoren grundlegend verändert.
Wer heute beginnt, diese Veränderungen aktiv mitzugestalten, wird morgen nicht von ihnen überrascht werden.