{"id":6385,"date":"2026-07-20T09:57:39","date_gmt":"2026-07-20T09:57:39","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.tchop.io\/?p=6385"},"modified":"2026-07-20T09:57:41","modified_gmt":"2026-07-20T09:57:41","slug":"weniger-senden-loest-die-ueberlastung-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/weniger-senden-loest-die-ueberlastung-nicht\/","title":{"rendered":"Warum weniger Inhalte in der internen Kommunikation selten mehr Relevanz erzeugen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Mitarbeiter-Apps k\u00f6nnen Inhalte inzwischen pr\u00e4zise nach Rolle, Standort und Team steuern. Das hilft in vielen F\u00e4llen. Doch f\u00fcr mehr Relevanz gibt es einen zweiten Faktor, den die meisten Apps ni<\/em>cht nutzen<em>: die Besch\u00e4ftigten selbst entscheiden zu lassen was sie lesen bzw. sehen wollen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die <a href=\"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wie-sich-das-3-kreise-modell-auf-die-interne-kommunikation-uebertragen-laesst\/\">interne Kommunikation<\/a> mit zu vielen Botschaften, Themen und Absendern k\u00e4mpft, greifen die meisten Teams zum selben Reflex: den Umfang der Inhalte reduzieren. Den Redaktionsplan ausd\u00fcnnen, die Rundmails an alle streichen, strenger regeln, wer \u00fcberhaupt etwas posten darf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das entlastet den von vielen Mitarbeitenden bem\u00e4ngelten &#8222;Information Overload&#8220; auf den ersten Blick. Es holt aber selten das beste raus aus der Zeit, die die Belegschaft mit redaktioneller, inhaltlicher Kommunikation abseits des t\u00e4glich operativen Gesch\u00e4fts verbringen kann, verbringen soll. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Relevanz in der internen Kommunikation<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie bei allen redaktionelle Angeboten, geht es um Relevanz und den Mehrwert, den der Rezipient aus der Nutzung der Inhalte konkret zieht. Dabei hat Relevanz in der internen Kommunikation immer zwei Ebenen. Die eine: Das Unternehmen entscheidet, was wen erreicht, was wer lesen soll. Inhalte, die aus Sicht des Unternehmens wichtig sind f\u00fcr die Belegschaft. Die andere: Die Besch\u00e4ftigten entscheiden, was sie sehen wollen, was sie interessiert. Die meisten internen Intranet-Portale oder Mitarbeiter-Apps fokussieren sich auf den ersten Aspekt, lassen den zweiten ungenutzt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei geht es nicht nur um bessere Inhalte, sondern auch um Motivation. Menschen akzeptieren Kommunikationsangebote deutlich st\u00e4rker, wenn sie selbst entscheiden k\u00f6nnen, welche Themen sie verfolgen und welche Informationen f\u00fcr ihren Arbeitsalltag relevant sind. Diese Form der Autonomie geh\u00f6rt zu den wichtigsten Faktoren intrinsischer Motivation. Wer seinen Feed mitgestalten kann, erlebt interne Kommunikation nicht als Pflichtprogramm, sondern als Werkzeug f\u00fcr den eigenen Arbeitsalltag.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was die unternehmensseitige Personalisierung leistet<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den vergangenen Jahren hat die, durch das Unternehmen gesteuerte <a href=\"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/10-app-engagement-strategien-um-lebendige-communities-aufzubauen\/\">Personalisierung<\/a> der Inhalte auf Basis von Rollen, Abteilungen und Themen an Popularit\u00e4t gewonnen. Dies liegt vor allem daran, dass in vielen Umfragen herauskommt, dass die Belegschaft bereits unter einem &#8222;Information Overload&#8220; leidet. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr Inhalte, mehr Kan\u00e4le, die sie verfolgen sollen &#8211; sei es im Rahmen konkreter operative Arbeit, aber auch hinsichtlich des Informationsraums. Viele f\u00fchlen sich \u00fcberfordert und w\u00fcnschen sich weniger Inhalte mit mehr Relevanz. Die Frage nach dem &#8222;weniger ist mehr&#8220; f\u00fchrt oft f\u00fcr Debatte darum was das &#8222;mehr&#8220; eigentlich genau sein soll. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei kollidieren oft auch Unternehmensziele mit den pers\u00f6nlichen Zielen des jeweiligen Mitarbeitenden. Es gibt \u00dcberschneidungen, aber naturgem\u00e4\u00df auch Unterschiede. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wo Personalisierung an ihre Grenzen st\u00f6\u00dft<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So wirkungsvoll eine zentrale Personalisierung der Inhalte ist, sie hat eine nat\u00fcrliche Grenze. Denn sie basiert immer auf dem Wissen des Unternehmens \u00fcber seine Besch\u00e4ftigten. Und dieses Wissen ist deutlich kleiner, als viele vermuten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten Regeln st\u00fctzen sich auf harte Stammdaten: Rolle, Abteilung, Standort, Sprache oder organisatorische <a href=\"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/warum-kleinere-communities-oft-groessere-wirkung-entfalten\/\">Zugeh\u00f6rigkeit<\/a>. Daraus l\u00e4sst sich bereits viel ableiten. Wer in der Produktion arbeitet, braucht andere Informationen als die Zentrale. Wer in Frankreich sitzt, andere als Kolleginnen und Kollegen in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch vieles, was Inhalte wirklich relevant macht, taucht in diesen Daten gar nicht auf. Arbeitet jemand seit Kurzem an einem bereichs\u00fcbergreifenden Projekt? Besch\u00e4ftigt er sich gerade intensiv mit einem neuen Thema? M\u00f6chte sie sich auf eine F\u00fchrungsrolle vorbereiten? Interessiert sich jemand freiwillig f\u00fcr Nachhaltigkeit, <a href=\"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/ki-im-newsroom-warum-community-der-beste-schutz-fuer-ihre-redaktion-ist\/\">KI<\/a> oder die Arbeit eines anderen Standorts?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solche Faktoren entstehen im Arbeitsalltag. Vielleicht kennt sie die direkte F\u00fchrungskraft aus einem Mitarbeitergespr\u00e4ch. In den Systemen der internen Kommunikation existieren sie jedoch meist nicht. Entsprechend k\u00f6nnen sie auch nicht f\u00fcr die Personalisierung genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt ein zweiter Aspekt: Datenschutz. Theoretisch lie\u00dfe sich Relevanz st\u00e4rker aus dem Nutzungsverhalten ableiten, \u00e4hnlich wie bei Streamingdiensten oder sozialen Netzwerken. Daf\u00fcr m\u00fcssten jedoch deutlich mehr Daten dar\u00fcber erhoben und gespeichert werden, welche Inhalte Mitarbeitende lesen, welche Themen sie bevorzugen oder wie sie sich innerhalb der Plattform bewegen. Viele Unternehmen verzichten bewusst darauf \u2013 aus guten Gr\u00fcnden. Gerade im Arbeitsumfeld gelten daf\u00fcr andere Ma\u00dfst\u00e4be als im Consumer-Bereich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das f\u00fchrt zu einer einfachen Erkenntnis: Zielsteuerung kann immer nur so gut sein wie die Informationen, auf denen sie basiert. Sie reduziert unn\u00f6tiges Grundrauschen, sie kann aber nie vollst\u00e4ndig wissen, was f\u00fcr einen einzelnen Menschen in diesem Moment wirklich relevant ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mehr Relevanz und auch Motivation <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau deshalb braucht interne Kommunikation einen zweiten Mechanismus: Selbstbestimmung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben der Personalisierung durch das Unternehmen sollte es immer auch eine Personalisierung des Angebots durch die Besch\u00e4ftigten geben. Sie entscheiden selbst, welchen Themen, Formate oder Teams sie folgen m\u00f6chten, welche Feeds sie stummschalten und wor\u00fcber sie aktiv informiert werden wollen. Nicht das Unternehmen definiert ausschlie\u00dflich den pers\u00f6nlichen Feed, sondern die Mitarbeitenden gestalten ihn ma\u00dfgeblich mit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das verbessert nicht nur die Relevanz der Inhalte. Es ver\u00e4ndert auch die Beziehung zur internen Kommunikation. Menschen akzeptieren digitale Angebote deutlich st\u00e4rker, wenn sie selbst Einfluss darauf haben. Autonomie geh\u00f6rt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Faktoren intrinsischer Motivation. Wer seinen Informationsfluss selbst mitgestalten kann, erlebt die Mitarbeiter-App weniger als einen Kanal, der Informationen verteilt, sondern als Werkzeug f\u00fcr den eigenen Arbeitsalltag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele L\u00f6sungen behandeln diesen zweiten Aspekt der Personalisierung allerdings nur am Rande. Dahinter steckt oft dieselbe Sorge: Wer Kan\u00e4le stummschalten kann, schaltet wom\u00f6glich auch wichtige Unternehmensinformationen aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Sorge ist nachvollziehbar. Die L\u00f6sung besteht jedoch nicht darin, Selbstbestimmung zu verhindern, sondern Verantwortlichkeiten sauber zu trennen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Verbindung beider Welten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles, was das Unternehmen garantieren muss \u2013 etwa Sicherheitswarnungen, Compliance-Themen, Krisenkommunikation oder verbindliche Richtlinien \u2013, erreicht weiterhin alle Besch\u00e4ftigten. Diese Kommunikation bleibt nicht optional. Alles andere darf den Interessen und Bed\u00fcrfnissen der Mitarbeitenden folgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst dann erg\u00e4nzen sich beide Ans\u00e4tze wirklich. Das Unternehmen sorgt daf\u00fcr, dass niemand kritische Informationen verpasst. Die Besch\u00e4ftigten sorgen selbst daf\u00fcr, dass ihr Feed zu ihrem Arbeitsalltag passt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Davon profitieren beide Seiten. Wichtige Unternehmenskommunikation konkurriert nicht mehr mit einer Vielzahl an Beitr\u00e4gen, die f\u00fcr viele Menschen wenig Bedeutung haben. Gleichzeitig steigt die Akzeptanz der Plattform, weil Besch\u00e4ftigte selbst entscheiden k\u00f6nnen, welche Themen f\u00fcr sie relevant sind. Relevanz entsteht damit aus zwei Richtungen: durch die Priorit\u00e4ten des Unternehmens und durch die Interessen der Mitarbeitenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitarbeiter-Apps steuern Inhalte inzwischen pr\u00e4zise nach Rolle, Standort und Team. Das hilft. 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