{"id":4854,"date":"2024-06-17T09:59:47","date_gmt":"2024-06-17T09:59:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.tchop.io\/?p=4854"},"modified":"2024-08-19T06:38:04","modified_gmt":"2024-08-19T06:38:04","slug":"news-im-wandel-die-wichtigsten-erkenntnisse-des-reuters-digital-institute-reports-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/news-im-wandel-die-wichtigsten-erkenntnisse-des-reuters-digital-institute-reports-2024\/","title":{"rendered":"News im Wandel: die wichtigsten Erkenntnisse des  Reuters Digital Institute Reports 2024"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"614\" src=\"https:\/\/blog.tchop.io\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image-9-1024x614.png\" loading=\"lazy\" alt=\"User with laptop illustrated\" class=\"wp-image-4857\" srcset=\"https:\/\/blog.tchop.io\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image-9-1024x614.png 1024w, https:\/\/blog.tchop.io\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image-9-300x180.png 300w, https:\/\/blog.tchop.io\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image-9-768x461.png 768w, https:\/\/blog.tchop.io\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image-9-1536x922.png 1536w, https:\/\/blog.tchop.io\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image-9-2048x1229.png 2048w, https:\/\/blog.tchop.io\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image-9-800x480.png 800w, https:\/\/blog.tchop.io\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image-9-1100x660.png 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Seit seiner ersten Ver\u00f6ffentlichung im Jahr 2012 hat sich der Digital News Report des Reuters Institute for the Study of Journalism als eine der umfassendsten und einflussreichsten Studien \u00fcber die weltweite Nutzung von Nachrichtenmedien etabliert. Der Bericht analysiert j\u00e4hrlich die sich wandelnden Trends und Muster im Nachrichtenkonsum und bietet wertvolle Einblicke f\u00fcr Medienunternehmen, Journalisten, Forscher und politische Entscheidungstr\u00e4ger.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Digital News Report wird vom Reuters Institute for the Study of Journalism an der Universit\u00e4t Oxford erstellt. Unterst\u00fctzt wird das Projekt von einer Vielzahl globaler Partner und Sponsoren, darunter die Google News Initiative, BBC News, Ofcom, die irische Coimisi\u00fan na Me\u00e1n, die niederl\u00e4ndische Medienbeh\u00f6rde (CvdM), die Media Industry Research Foundation of Finland, die Fritt Ord Foundation, die Korea Press Foundation, Edelman UK, NHK (Japan) und die Reuters News Agency.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontinuierliche Erweiterung<\/h3>\n\n\n\n<p>In den vergangenen zw\u00f6lf Jahren hat der Bericht kontinuierlich an Umfang und Tiefe gewonnen. Die erste Ausgabe im Jahr 2012 umfasste eine Handvoll L\u00e4nder, w\u00e4hrend der Bericht 2024 Daten aus 47 M\u00e4rkten auf sechs Kontinenten abdeckt und damit mehr als die H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung repr\u00e4sentiert. Dies ist die bisher gr\u00f6\u00dfte Ausgabe des Berichts, mit fast 100.000 Befragten, die eine breite und repr\u00e4sentative Datengrundlage bieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zusammenfassung des Reports in englischer Sprache finden Sie <a href=\"https:\/\/reutersinstitute.politics.ox.ac.uk\/digital-news-report\/2024\/dnr-executive-summary\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>. Den kompletten Report als PDF gibt es <a href=\"https:\/\/reutersinstitute.politics.ox.ac.uk\/sites\/default\/files\/2024-06\/DNR%202024%20Final%20lo-res-compressed.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem diesj\u00e4hrigen Bericht:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">1. R\u00fcckgang der Nachrichtenutzung auf Facebook<\/h4>\n\n\n\n<p>In vielen L\u00e4ndern, auch in Deutschland verzeichnen wir einen deutlichen R\u00fcckgang der Nutzung von Facebook f\u00fcr Nachrichten und eine zunehmende Abh\u00e4ngigkeit von alternativen Plattformen wie privaten Messaging-Apps und Video-Netzwerken. Die Nutzung von Facebook f\u00fcr Nachrichten ist weltweit um 4 Prozentpunkte im letzten Jahr zur\u00fcckgegangen, w\u00e4hrend Plattformen wie YouTube, WhatsApp und TikTok zunehmend wichtiger werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">2. Fragmentierung der Online-Nachrichtenplattformen<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Nutzung von Online-Plattformen f\u00fcr Nachrichten fragmentiert sich weiter. Neben traditionellen Nachrichtenquellen gewinnen auch private Messaging-Apps und Video-Netzwerke an Bedeutung, was die Fragmentierung der Nachrichtenlandschaft verst\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sechs Netzwerke erreichen mittlerweile mindestens 10 % der Befragten, im Vergleich zu nur zwei vor einem Jahrzehnt. YouTube wird von fast einem Drittel (31 %) der globalen Stichprobe jede Woche f\u00fcr Nachrichten genutzt, WhatsApp von rund einem F\u00fcnftel (21 %), w\u00e4hrend TikTok (13 %) erstmals Twitter (jetzt X) \u00fcberholt hat.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">3. Bedeutungszuwachs von Video<\/h4>\n\n\n\n<p>Video wird zu einer immer wichtigeren Quelle f\u00fcr Online-Nachrichten, insbesondere bei j\u00fcngeren Gruppen. Zwei Drittel (66 %) der Stichprobe greifen jede Woche auf kurze Nachrichtenvideos zu, w\u00e4hrend l\u00e4ngere Formate etwa die H\u00e4lfte (51 %) anziehen. Die Hauptplattformen f\u00fcr Nachrichtenvideos sind dabei Online-Plattformen (72 %) und nicht die Websites der <a href=\"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/10-entwicklungen-nachrichtenjournalismus-2026\/\">Verlage<\/a> (22 %).<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">4. Abnehmendes Vertrauen in Nachrichten<\/h4>\n\n\n\n<p>Das weltweite Vertrauen in Nachrichten (40 %) ist im letzten Jahr stabil geblieben, liegt aber immer noch vier Punkte niedriger als auf dem H\u00f6hepunkt der Corona-Pandemie. Finnland bleibt das Land mit den h\u00f6chsten Vertrauenswerten (69 %), w\u00e4hrend Griechenland (23 %) und Ungarn (23 %) die niedrigsten Werte aufweisen. Das Vertrauen in Nachrichten ist in Deutschland stabil geblieben, nachdem es in den vergangenen Jahren einen Abw\u00e4rtstrend gegeben hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Besorgniserregend ist auch in Deutschland die zunehmende Feindseligkeit gegen\u00fcber Journalisten, insbesondere im Zusammenhang mit Berichterstattung \u00fcber rechtsextreme Gruppen und Protesten gegen die Gr\u00fcnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">5. Zunehmende Nachrichtenvermeidung<\/h4>\n\n\n\n<p>Rund vier von zehn (39 %) geben weltweit an, Nachrichten manchmal oder oft zu vermeiden \u2013 ein Anstieg von 3 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Trend zeigt sich besonders stark in Brasilien, Spanien, Deutschland und Finnland. Auch etwa 39 % der Deutschen geben an, Nachrichten manchmal oder oft zu vermeiden. Dies ist ein Anstieg von 3 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr und zeigt eine wachsende Erm\u00fcdung durch negative Nachrichten.<\/p>\n\n\n\n<p>In offenen Kommentaren wird erw\u00e4hnt, dass unl\u00f6sbare Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten einen Einfluss haben k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">6. Stagnierende Nachrichten-Abonnements<\/h4>\n\n\n\n<p>Das <a href=\"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wie-baut-man-eine-loyale-digitale-community-auf\/\">Wachstum<\/a> bei Nachrichten-Abonnements bleibt gering, mit nur 17 % der Befragten in 20 wohlhabenderen L\u00e4ndern, die im letzten Jahr f\u00fcr Online-Nachrichten bezahlt haben. In Nordeuropa, wie in Norwegen (40 %) und Schweden (31 %), ist der Anteil der Zahlenden am h\u00f6chsten, w\u00e4hrend Japan (9 %) und das Vereinigte K\u00f6nigreich (8 %) zu den niedrigsten geh\u00f6ren. <\/p>\n\n\n\n<p>Nur 13 % der Deutschen haben im vergangenen Jahr f\u00fcr Online-Nachrichten bezahlt, was im internationalen Vergleich niedrig ist. Es gibt kaum Wachstum bei den Nachrichtenabonnements, was auf eine anhaltende Zur\u00fcckhaltung der Verbraucher hinweist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">7. Verbreitung von Falschinformationen<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Sorge dar\u00fcber, was im Internet echt und was falsch ist, ist um 3 Prozentpunkte gestiegen, wobei rund sechs von zehn (59 %) besorgt sind. Die Besorgnis ist in S\u00fcdafrika (81 %) und den USA (72 %) besonders hoch, zwei L\u00e4ndern, die dieses Jahr Wahlen abgehalten haben. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">8. Misstrauen gegen\u00fcber K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI)<\/h4>\n\n\n\n<p>Es besteht weit verbreitetes Misstrauen gegen\u00fcber dem Einsatz von <a href=\"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wie-man-ai-prompts-richtig-einsetzt-und-schreibt\/\">KI<\/a> in der Nachrichtenproduktion, insbesondere bei harten Nachrichten wie Politik oder Krieg. Die \u00d6ffentlichkeit bevorzugt, dass Menschen stets die Kontrolle behalten, auch wenn <a href=\"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/ki-im-newsroom-warum-community-der-beste-schutz-fuer-ihre-redaktion-ist\/\">KI<\/a> zur Unterst\u00fctzung von Journalisten genutzt wird. Dieses Misstrauen steht dem Bestreben der Medienanbieter KI in die eigenen Prozesse zu integrieren entgegen. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Digital News Report 2024 zeigt, dass sich die Nachrichtenlandschaft in einer Phase tiefgreifender Ver\u00e4nderungen befindet, getrieben durch technologische Fortschritte, sich wandelnde Konsumgewohnheiten und wirtschaftliche Herausforderungen. Verlage und Medienanbieter stehen vor der schwierigen Aufgabe, sich an diese neue Realit\u00e4t anzupassen und das Vertrauen des Publikums zur\u00fcckzugewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neue digitale Plattformen laufen klassischen Medienanbietern zunehmend den Rang ab, d.h. immer mehr Nutzende erhalten ihre t\u00e4glichen Nachrichten \u00fcber diese Plattformen. Allerdings zeigt sich auch hier eine zunehmende Fragmentierung. Daraus ergeben sich Chancen, aber auch Risiken f\u00fcr Content- und Nachrichtenanbieter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit seiner ersten Ver\u00f6ffentlichung im Jahr 2012 hat sich der Digital News Report des Reuters Institute for the Study of Journalism als eine der umfassendsten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4857,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[184,186,56],"tags":[],"coauthors":[132],"class_list":["post-4854","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-anwendungsfaelle","category-nachrichten-medien","category-unkategorisiert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4854","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4854"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4854\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4873,"href":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4854\/revisions\/4873"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4857"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4854"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4854"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4854"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=4854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}