{"id":2252,"date":"2019-09-28T15:38:08","date_gmt":"2019-09-28T15:38:08","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.tchop.io\/?p=2252"},"modified":"2024-08-16T14:29:43","modified_gmt":"2024-08-16T14:29:43","slug":"rethinking-mobile-news-app","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/rethinking-mobile-news-app\/","title":{"rendered":"Rethinking Mobile News App"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"399\" src=\"https:\/\/blog.tchop.io\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/illu_chat_social.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"iPhone Illustration\" class=\"wp-image-2228\" srcset=\"https:\/\/blog.tchop.io\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/illu_chat_social.jpg 800w, https:\/\/blog.tchop.io\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/illu_chat_social-300x150.jpg 300w, https:\/\/blog.tchop.io\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/illu_chat_social-768x383.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Unmittelbar nach dem Steve Jobs 2010 das iPad stellte, begannen viele <a href=\"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/10-entwicklungen-nachrichtenjournalismus-2026\/\">Verlage<\/a> mit voller Energie in Apps, innovative Ideen und neue Technologien zu investieren. Die Hoffnungen waren gross. Es war \u201cPeak News App\u201d. Mit meiner Agentur clapp haben wir damals zu den ersten Dienstleistern mit Fokus auf Verlage und Medien geh\u00f6rt. In den letzten zehn Jahren durften wir dutzende Premium-News-Apps, mobile Websites oder Newsportale f\u00fcr gro\u00dfe Verlage und Medienh\u00e4user entwickeln und ich denke, man kann behaupten, dass wir die diversen Trends im Mobile Publishing fast alle mit erleben durften.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Tablet-Ern\u00fcchterung war die gro\u00dfe Party schnell wieder vorbei und die ehrgeizigen Projekte wurden eingestampft oder zumindest stark heruntergefahren. Die meisten Verlage und Content-Anbieter konzentrierten sich wieder auf Investitionen in web-basierte Angebote bzw. Dienstleistungen und behandelten ihre mobilen Apps entweder als Nebenprojekte oder entwickelten \u00fcberhaupt keine neuen App-Angebote mehr. Das \u201cResponsive Web\u201d gen\u00fcgte vielen als Antwort auf steigende mobile Reichweiten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aufwand und Ertrag standen bei nativen Apps selten in einem gesunden Verh\u00e4ltnis, zumal die Entwicklung f\u00fcr zwei neue Softwareplattformen, iOS und Android komplex und aufwendig war. Die App Stores &#8211; als gro\u00dfe Hoffnung in Sachen Paid Content gestartet &#8211; trugen zur Entt\u00e4uschung bei, denn nur f\u00fcr wenige Anbieter entwickelten sich nennenswerte Erl\u00f6se.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die verlorenen Jahre<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Stattdessen folgte man den Nutzern und konzentrierte sich auf die Maximierung des eigenen Social Media-Traffics. Der Mehrwert im Rahmen des werbefinanzierten Gesch\u00e4ftsmodells \u201cmehr Reichweite, mehr Umsatz\u201d lag auf der Hand. Und der Blick auf das n\u00e4chste Jahresergebnis und wachsende IVW-Zahlen erstickte notwendige, strategische Diskussionen im Keim. Alle waren verr\u00fcckt nach \u201cLikes\u201d, \u201cFollowers\u201d oder \u201cFans\u201d und aus BuzzFeed sollte das n\u00e4chste weltweite Medienimperium werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bekanntlich kam es anders. Zu sp\u00e4t erkannte die Verlags- und Medienbranche, dass Facebook letztlich ein direkter Konkurrent war, wenn es um Werbekosten, Daten und die direkte <a href=\"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/10-app-engagement-strategien-um-lebendige-communities-aufzubauen\/\">Nutzerbindung<\/a> ging. Ein Konkurrent, der in Sachen Content-Distribution und -Monetarisierung viel st\u00e4rkeren Einfluss aus\u00fcbt als Google und der mit seinem Newsfeed viel st\u00e4rker im direkten Wettbewerb mit dem klassischen Medienmodell steht. Mark Zuckerberg macht Hunderte von Millionen Nutzern zu kostenlosen Content-Lieferanten und betrachtet Verlage aus gutem Grund wohl eher als \u00fcberfl\u00fcssige Zwischenh\u00e4ndler aus einer alten Zeit (auch wenn die PR-Lobbyabteilung, mittlerweile ausgestattet mit \u00fcppigen Mitteln, etwas anderes behauptet).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201cThe best way to think of the web as a direct-to-customer distribution channel, whether its for information or commerce. It bypasses all middlemen.\u201d<\/em><\/p><p>Steve Jobs, Interview in WIRED, 1996<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Aber auch diese Zeiten \u00e4ndern sich gerade wieder. Facebook&#8217;s Newsfeed l\u00f6st sich als zentraler Reichweitenlieferant f\u00fcr Nachrichteninhalte genauso auf, wie der Glaube von Verlagen, dass digitale Werbung und Reichweite allein ihre Zukunft retten kann. Allen ist irgendwie bewusst, dass es so nicht einfach weitergehen kann. Social Media Plattformen stehen unter dem Druck von Regierungen und Nutzern, die sich m\u00fcde von \u201cHate Speech\u201d\u201d und \u201cFake News\u201d fragen, wohin uns ein gesellschaftlicher Diskurs f\u00fchrt, der abseits klassischer Medien auf weitgehend unregulierten Social Media Plattform und in privaten Chats stattfindet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Facebook versteht die Problematik sehr gut und sieht die Zukunft der Kommunikation in geschlossenen Gruppen. Die Probleme verschwinden dort zwar nicht, aber mit dem Argument der Privatsph\u00e4re lassen Sie sich aus Sicht der Plattform dort einfacher der \u00f6ffentlichen Diskussion entziehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Verlage und Medienh\u00e4user stellt sich nun die Frage wie ein eigener, von den Plattformen und vor allem Facebook unabh\u00e4ngiger Weg aussehen kann. Was braucht es, damit sie im Marktumfeld des n\u00e4chsten Jahrzehnts endlich erfolgreich sein k\u00f6nnen? Wie lassen sich Angebote schaffen, die prinzipiell von anderen unabh\u00e4ngig sind? Und wie lassen sich diese effizient monetarisieren?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201c<\/em><a href=\"https:\/\/www.cjr.org\/tow_center\/facebook-apple-news-licensing-content.php\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\"><em>The emerging model for publishers is to meet their audiences away from platforms entirely\u200a\u2014\u200aon their own apps, and in real spaces at events and conferences\u200a\u2014\u200aand to find revenue from sources that cannot be withdrawn by a third party\u2019s algorithm change.<\/em><\/a><em>\u201c<\/em><\/p><p>Emily Bell, Director at the Tow Center for Digital Journalism at Columbia Journalism School<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein baldiges&nbsp;Comeback<\/h3>\n\n\n\n<p>Es gibt heute fast keinen Verlag, der in der Antwort auf diese Fragen nicht an irgendeiner Stelle das Zauberwort \u201cPaid Content\u201d erw\u00e4hnen w\u00fcrde. Viele hoffen, dass es ein bisschen wie beim Gartner Hype Cycle ist, denn er damalige App Hype war &#8211; Stichwort App Store &#8211; ebenfalls schon mit Paid Content-Hoffnungen \u00fcberzogen: nach erstem Enthusiasmus folgt Entt\u00e4uschung bis sich dann Jahre sp\u00e4ter ein nachhaltiges Wachstum einstellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr und mehr Redaktionen bewerten Inhalte anhand der Anzahl an Nutzern, die sie zur Anmeldung oder noch besser zur Zahlung bewegen. Echtem \u201cPay Value\u201d geh\u00f6rt die Zukunft, Reichweite ist f\u00fcr viele nur noch ein Aspekt von vielen. Inhaltliche  Strategien konzentrieren sich\u200a &#8211; \u200aendlich &#8211; auf Qualit\u00e4t. Dedizierte Teams beginnen, sich tats\u00e4chlich um den Leser zu k\u00fcmmern und nicht nur um das maximale Ma\u00df an <a href=\"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/was-menschen-zurueckkehren-laesst-wenn-niemand-sie-dazu-auffordert\/\">Aufmerksamkeit<\/a> oder den Werbekunden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-images-1.medium.com\/max\/1600\/0*K0LbYei3bj6KLcKP.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das klingt alles erstmal gut. Ob diese Hoffnungen sich langfristig erf\u00fcllen, steht auf dem ber\u00fchmten anderen Blatt und betrachtet man den Status Quo sind in vielen F\u00e4llen Zweifel angebracht. Tats\u00e4chlich stellen immer mehr Verlage fest, dass es eine Sache ist, Benutzer dazu zu bringen, sich f\u00fcr ein kostenloses Angebot anzumelden oder das bestehende Print-Abo f\u00fcr kleines Geld ins Digitale zu verl\u00e4ngern. Nennenswerte Conversion Rates und Ums\u00e4tze mit digitalen Neukunden sind aber etwas ganz anderes.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz zu schweigen von dem Thema \u201cChurn Rate\u201d. Im Zeitalter von Netflix &amp; Co erwarten wir einfache, monatliche K\u00fcndigungsm\u00f6glichkeiten. Den Kunden in langen Vertr\u00e4gen zu knebeln, ist Vergangenheit. Sogenanntes &#8222;Churn Management&#8220; war und ist schon immer einer der kritischsten Faktoren jeder Paid Content Strategie. Vor vorgehaltener Hand berichten Verlage genau hier \u00fcber Probleme.&nbsp;Eine zu hohe \u201cChurn Rate\u201d verhindert wirtschaftlichen Erfolg, denn neue Kunden zu gewinnen ist aufw\u00e4ndig und wird im Laufe der Zeit immer teurer. <\/p>\n\n\n\n<p>Dabei gilt eine einfache Regel: Wenn die Abwanderungsrate zu hoch ist, ist das Produkt einfach nicht gut genug.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und genau hier beginnt die Diskussion \u00fcber eigene native Apps pl\u00f6tzlich wieder interessant zu werden. Mobile Endger\u00e4te bilden die bei weitem gr\u00f6\u00dfte \u201cComputing Platform\u201d unserer Zeit. Das Smartphones ist die erfolgreichste Hardware aller Zeiten. Die Zahlen zur mobilen Revolution sind beeindruckend und niemand kann bestreiten, dass vor allem j\u00fcngere Nutzer (also die Zielgruppen der Gegenwart und Zukunft) vor allem mobile Dienste nutzen. Ohne eine erfolgreichere Mobile-Strategie wird es schwierig ein nachhaltiges Gesch\u00e4ftsmodell rund um Nachrichten zu etablieren. Niemand wird das ernsthaft bestreiten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum in eigene Apps investieren?<\/h3>\n\n\n\n<p>Dennoch werden nennenswerte Investitionen in eigene native Apps von vielen immer noch kritisch gesehen. Neben dem popul\u00e4ren Argument \u201cWir haben es ausprobiert und es hat nicht funktioniert\u201d gibt es noch andere Einw\u00e4nde, die sich hartn\u00e4ckig halten. Diese reichen von \u201czu teuer und kompliziert\u201d bis zum finalen &#8222;Rettungsschuss&#8220;, dass Nutzer doch sowieso keine Apps mehr herunterladen oder nutzen w\u00fcrden. Bei n\u00e4herer Betrachtung erscheinen Verlage hier jedoch durchaus auf einsamer Front.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum entstehen in vielen anderen Branchen\u200a\u2014\u200avon Banking bis Versicherung, von eCommerce bis B2B\u200a\u2014\u200aeigentlich fortw\u00e4hrend neue Start Ups und Gesch\u00e4ftsmodelle mit ausgewiesenem \u201cMobile-First\u201d-Ansatz, wenn das mit den Apps doch alles schon vorbei ist?!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die meisten Benutzer es so satt haben, neue Apps herunterzuladen oder auszuprobieren, wie kann man dann ein Ph\u00e4nomen wie \u201cFace App\u201d erkl\u00e4ren?! Tats\u00e4chlich w\u00e4chst die Gesamtzahl der App-Downloads von Jahr zu Jahr weiter: Von 2016 bis 2018 sind die Downloads um 35% gestiegen (siehe <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.forbes.com\/sites\/tjmccue\/2019\/01\/30\/mobile-app-state-of-mobile-2019-report-from-app-annie\/#39ed485834ab\" target=\"_blank\">hier<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Benutzer keine Apps mehr m\u00f6gen, warum zeigen Zahlen, dass Nutzer\/innen tats\u00e4chlich jedes Jahr mehr Zeit mit Apps verbringen? In den USA wird in diesem Jahr erwartet, dass das Smartphone (und damit vor allem native Apps) das Fernsehen als das minutenreichste Medium \u00fcbertreffen wird (siehe <a href=\"https:\/\/www.emarketer.com\/content\/mobile-time-spent-2018\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">hier<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Benutzer mit dem mobilen Web zufrieden sind, warum verbringen sie dann 90% ihrer mobilen Zeit in nativen Apps\u200a\u2014\u200aund nicht im vorinstallierten Webbrowser (siehe <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.emarketer.com\/content\/mobile-time-spent-2018\" target=\"_blank\">hier<\/a>)? Tats\u00e4chlich wuchs die Verweildauer in der App von 2016 bis 2018 um 50%! (siehe <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.forbes.com\/sites\/tjmccue\/2019\/01\/30\/mobile-app-state-of-mobile-2019-report-from-app-annie\/#bf355ce34ab8\" target=\"_blank\">hier<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn native Apps f\u00fcr Nachrichtenmedien nicht das Richtige sind, warum sind dann praktisch alle gro\u00dfen, erfolgreichen Nachrichten- und Unterhaltungsmarken von der New York Times bis zur Washington Post, von Spotify bis Netflix vor allem auch mit ihren eigenen Apps erfolgreich?<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u201cKillerargument\u201d kommt oft am Ende einer solchen Diskussion: Im Vergleich zu dem wirtschaftlichen Potenzial ist die Entwicklung von echten Apps einfach zu riskant, kompliziert und teuer. Jeder der einmal eine mobile App entwickelt und vermarktet hat wird das nicht bestreiten und besonders bei kleineren Verlagen stehen Kosten und Potential schnell in einem ung\u00fcnstigen Verh\u00e4ltnis. Ein einfacher Vergleich zeigt jedoch, dass hier bei fast allen Luft nach oben ist: W\u00e4hrend in der Regel heute mindestens 60\u201370% der Nutzung mobil erfolgen, ist der Anteil des in mobile Angebote investierten Budgets bei Verlagen und Medienh\u00e4usern selten zweistellig. In H\u00e4usern mit hunderten von Mitarbeitern, k\u00fcmmern sich um die mobilen Apps\u200a\u2014\u200awenn es sie denn gibt &#8211; selten mehr als eine Hand voll Personen. Eine Art mobiles F&amp;E-Budget existiert praktisch nirgendwo. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-images-1.medium.com\/max\/1600\/0*nOpYxOVELFb9TSFY.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber den Tellerrand hinausdenken<\/h3>\n\n\n\n<p>Es steht ausser Frage, dass die Mehrheit der News Apps, die von Verlagen in den letzten Jahren entwickelt wurden, die Erwartungen selten erf\u00fcllt hat. Anstatt an dem Format und dem Kanal an sich zu zweifeln, sollte man sich \u00b4 jedoch auch Fragen, ob es vielleicht am Angebot lag, welches man den Kunden gemacht hat. Denn die meisten News Apps funktionieren heute in der Regel noch genau wie vor einigen Jahren. Innovationen sind selten geworden. Vielleicht l\u00e4sst man Nutzer ein paar Einstellungen vornehmen, indem sie ein Thema oder eine Region ausw\u00e4hlen, aber im Grund finden sich meist die gleichen Inhalte wie auf der mobilen Website. Nur in etwas anderer Darstellungsform. Gut ist, was wenig kostet und keinen Aufwand macht. <\/p>\n\n\n\n<p>That\u00b4s it.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr wenige internationale Marken, die ein weltweites Publikum mit qualitativ hochwertigen oder exklusiven Inhalten ansprechen k\u00f6nnen, mag das sogar ausreichen. Tatsache ist jedoch, dass die \u00fcberwiegende Mehrheit der Nachrichtenanbieter nicht in einer solchen Position ist. Die meisten Verlage (oder auch Unternehmen) sprechen eine <a href=\"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/warum-social-media-ein-wettlauf-nach-unten-ist-und-wie-wir-das-aendern-koennen\/\">Community<\/a> an, die durch eine bestimmte Sprache, ein bestimmtes Thema, ein bestimmtes Interesse und einen bestimmten Standort vereint ist. Sie alle stehen vor dem Dilemma, dass es keine Knappheit an Inhalten und Nachrichten gibt\u200a\u2014\u200aoft nicht einmal innerhalb ihrer Nische! Und dennoch m\u00fcssen Sie Ihre Marke, Ihre Inhalte und Ihre Community irgendwie effizient an sich binden und monetarisieren. Jeff Jarvis beschreibt es in <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/medium.com\/whither-news\/we-are-not-being-honest-with-ourselves-about-the-failures-of-the-models-we-depend-upon-803e491eda10\" target=\"_blank\">diesem Medium Post<\/a> sehr gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Um zu verstehen, wie man mit Communities Geld verdient, lohnt sich wieder ein Blick auf Facebook. Facebook ist (oder vielleicht sollten wir sagen, \u201cwar\u201d) letztlich auch eine News App mit Community-Funktionen. Der Begriff \u201cSocial Media\u201d ist Ausdruck dessen. Ein Blick auf die Social Media Giganten lohnt sich aber auch noch aus einem anderen Grund: Kein anderes Unternehmen hat die Art und Weise, wie Nutzer Inhalte auf einem Smartphone konsumieren so beeinflusst und optimiert. Es hat damit auch die Erwartungen ver\u00e4ndert, die vor allem Nutzer j\u00fcnger als 50 an ein mobiles Content-News Angebot haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Erfolgreiche Apps bef\u00e4higen Nutzer neue, faszinierende Dinge zu tun. Dieses \u201cEmpowerement\u201d war und ist bis heute der Kern der mobilen Revolution aus Nutzerperspektive. Facebook hat dies vielleicht besser verstanden als jedes andere Unternehmen. Verlage mit Ihren News Angeboten dagegen verweigern sich dieser Revolution bislang meist beharrlich. Dabei sollten Sie gerade jetzt wo es um die Durchsetzung von Bezahlangeboten geht, in das investieren was aus Sicht Ihrer Nutzer einen Mehrwert darstellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei wage ich eine These in Sachen mobiler Produktentwicklung: mit den Inhalten alleine werden es nur die wenigsten im Bereich \u201cMobile Media\u201d und damit auch Paid Content schaffen. Im Bereich Strategie haben Verlage verstanden, dass es nur mit Diversifikation m\u00f6glich sein wird die fehlenden Ums\u00e4tze aus dem klassischen Gesch\u00e4ft zu kompensieren. Vielleicht ist es Zeit, dass Medienanbieter auch die eigenen mobilen Angebote funktional, inhaltlich und strategisch &#8222;diversifizieren&#8220;?!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Anfangen mit den richtigen Fragen<\/h3>\n\n\n\n<p>Der immer lesenswerte Kevin Kelly betont in seinem Buch \u201cThe Inevitable\u201d die Bedeutung von Fragen. Er glaubt, \u201cdass es bei einer guten Frage nicht um eine korrekte Antwort geht. Eine gute Frage kann und sollte oft nicht sofort beantwortet werden. Stattdessen schafft Sie Freiraum f\u00fcr neue Denkweisen und Ideen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweifelsfrei gibt es mehr als genug Fragen im Zusammenhang mit der Zukunft mobiler News-Angebote. Einige der aus meiner Sicht interessantesten habe ich versucht im Folgenden zu beschreiben:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie kann eine News App relevante Mehrwerte bieten, die bestehende digitale Kan\u00e4le nicht bieten und die besonders mobil gut funktionieren?<\/h4>\n\n\n\n<p>Seien Sie ehrlich was den echten Mehrwert f\u00fcr Ihre Zielgruppe angeht. Apps ohne relevanten Mehrwert kann man sich schlicht sparen. Eine andere Darstellung der \u00fcberall verf\u00fcgbaren Inhalte mag ein gewisser Mehrwert sein, aber dieser wird nicht ausreichen, um neue Zielgruppen f\u00fcr sich zu gewinnen. Fragen Sie sich: Was k\u00f6nnen Ihre Benutzer mit der App machen? Zu was bef\u00e4higen Sie Ihre Nutzer konkret? Millionen von Nutzern lieben es, Fotos zu machen und diese mit anderen auf der ganzen Welt zu teilen. Sie kommentieren und diskutieren Themen mit Fremden oder Freunden. Apps erm\u00f6glichen es Nutzern in Echtzeit miteinander zu kommunizieren und Ideen, Emotionen und Feedback auszutauschen. Wie k\u00f6nnen Sie dies alles f\u00fcr sich nutzen? Wie k\u00f6nnen Ihre Inhalte zum Ausgangspunkt von mehr Interaktion, Austausch und Konversation werden\u200a\u2014\u200ain einer eigenen App?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet \u201cmobile first\u201d eigentlich aus inhaltlicher Sicht?!<\/h4>\n\n\n\n<p>Der inhaltliche Fokus der meisten Verlage liegt auf der Produktion von \u201cNeed-to-know\u201d-Artikeln, denn so funktionieren ihre Nachrichtenangebote seit Jahrzehnten. Digital und mobil wird das schlicht weitergef\u00fchrt. Eine aktuelle RISJ-Studie zeigt jedoch, dass vor allem junge Nutzer\/innen Interesse an f\u00fcr sie n\u00fctzlichen Inhalten haben, an Inhalten, die Spa\u00df und individuellen, emotionalen Mehrwert bieten. Besonders mobil scheint dies relevant. Der Blick auf Facebook, Instagram &amp; Co. und die dort erfolgreichen Inhalte best\u00e4tigt dies. Diese Plattformen haben einen Kosmos des \u201cSnackable Content\u201d geschaffen, der perfekt auf die mobile Nutzung zugeschnitten ist. Dieser reicht von GIFs bis zu Hochformat-Videos oder den aktuellen Story-Formaten und er wird st\u00e4ndig erweitert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Fun Fact: Verlage und Werbetreibende produzieren solche Inhalte t\u00e4glich f\u00fcr Facebook, Snapchat &amp; Co.\u200a\u2014\u200aaber ihre eigenen mobilen News-Angebote bestehen immer noch ausschliesslich aus traditionellen Teasern und Artikeln. Warum macht das, was bei diesen Plattformen offensichtlich sehr gut funktioniert, nicht auch als Teil des eigenen mobilen Angebots Sinn?! Sprechen wir letztlich nicht die gleichen Nutzer an? Warum versuchen wir nicht beide Welten auf neue, kreative Weise zu kombinieren?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie k\u00f6nnen\u200a\u2014\u200aausgew\u00e4hlte\u200a\u2014\u200aNutzer selbst Inhalte beitragen, sich \u00e4u\u00dfern oder einbringen?&nbsp;<\/h4>\n\n\n\n<p>Viel zu oft gilt das Prinzip, dass nur die eigenen Inhalte gut und n\u00fctzlich sind f\u00fcr den Nutzer. Dabei machen die Plattformen vor, dass \u201cContent Curation\u201d ein zentraler Mehrwert ist in einer Welt voll \u201cInformation Overload\u201d. Machen Sie Ihre News-App doch zu einer Plattform f\u00fcr alles, was f\u00fcr Ihre Zielgruppe relevant ist\u200a\u2014\u200aund eben nicht nur f\u00fcr Ihre eigenen Inhalte. Dies \u00f6ffnet ausserdem M\u00f6glichkeiten in eine andere Richtung: Benutzer lieben es, Inhalte auf ihrem Smartphone zu teilen und zu kommentieren, wenn man es ihnen leicht macht. Warum sollten wir dies also nicht effizienter f\u00fcr das eigenen News Angebot nutzen &#8211; vor allem, wenn man \u201cUser Generated Content\u201d mit redaktionellem <a href=\"https:\/\/blog.tchop.io\/de\/warum-kleinere-communities-oft-groessere-wirkung-entfalten\/\">Kontext<\/a>, Qualit\u00e4tskontrolle und Veredelung kombiniert (was genau das ist, was heute in Social Media fehlt)? Nutzen Sie Ihre eigene mobile App, um die besten Amateurredakteure und Blogger zu identifizieren, zu unterst\u00fctzen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Mobile Technologie bietet alles was daf\u00fcr notwendig ist.  Ihr inhaltliches Angebot wird attraktiver, aktueller und auch hinsichtlich der eingesetzten Ressourcen effizienter.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-images-1.medium.com\/max\/1600\/0*EAHkJ8XO4U4bNKTZ.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie k\u00f6nnen Sie Konversationen rund um Nachrichten und Inhalte auf der eigenen Plattform b\u00fcndeln und davon profitieren?<\/h4>\n\n\n\n<p>So wie die Kombination von mobilen und sozialen Medien die traditionellen Medien disruptiert hat, haben Chat-Apps die Art und Weise, wie wir kommunizieren, revolutioniert. Nicht wenige glauben, dass WhatsApp eines Tages gr\u00f6\u00dfer sein wird als Facebook und Instagram. Wer einen Blick auf Mark Zuckerbergs Zukunftsvision werfen mag, muss sich nur WeChat in China anschauen. Eine Plattform, die weit mehr ist als ein Chat. Verlage und Medienschaffende liefern mit Ihren Inhalten das &#8222;Futter&#8220; f\u00fcr diese Chat Plattformen ohne davon zu profitieren. W\u00e4re es nicht viel besser, wenn Sie zumindest einen Teil dieser Konversationen auf eigenen Plattform erm\u00f6glichen, f\u00f6rdern und Nutzer Ihrer Community so an sich binden?! Dabei geht es nicht nur um den Austausch der Community untereinander, sondern auch um den mit der Redaktion. Viele innovative Mitglieder-Modelle basieren schon auf der These, dass der Inhalt nicht hinter einer Paywall liegen muss, aber viel mehr die Konversation innerhalb der Community. Mobile News Apps m\u00fcssen zu Kommunikationsplattformen werden &#8211; es gibt kein besseres Medium daf\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie kann die eigene App gleichzeitig auch andere Portfolioaktivit\u00e4ten unterst\u00fctzen und&nbsp;st\u00e4rken?<\/h4>\n\n\n\n<p>Ausgehend von der Erkenntnis, dass werbefinanzierte Digitalangebote nicht funktionieren, konzentrieren sich viele Verlage auf diversifizierte Ertragsmodelle, die aus einer Kombination von Werbung, E-Commerce, Events und Abonnements bestehen. Warum denken wir mobile Apps nicht als einen zentralen &#8222;Hub&#8220;, der in der Lage ist auch diese Aktivit\u00e4ten kommunikativ zu unterst\u00fctzen?! Vor allem Veranstaltungen und Konferenzen sind ein Wachstumssegment, welches sich gut mit mobilen Angeboten erweitern und st\u00e4rken l\u00e4sst. Warum also nicht das eigene mobile Angebot als etwas betrachten, das das reale und digitale Leben verbindet?! Hier besteht mehr Potenzial als begleitende Artikel und ein bisschen Eigenwerbung &#8211; wenn man nur den Kunden in den Mittelpunkt der \u00dcberlegungen stellt. Besonders die oben diskutierten Themen Content Curation, User Generated Content und Real Time Chat, funktionieren perfekt im Zusammenspiel mit Veranstaltungen und Konferenzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung<\/h4>\n\n\n\n<p>Verleger und Medienschaffende m\u00fcssen \u00fcber den Tellerrand schauen und vor allem f\u00fcr mobile Nutzer innovative, neue Angebote schaffen. Wer mobil nicht erfolgreich ist, hat einen schweren Stand in der Zukunft. Dabei ist es an der Zeit \u00fcber das traditionelle Nachrichtengesch\u00e4ft und die Verbreitung von Inhalten hinaus zu denken. News Apps m\u00fcssen zahlenden Nutzern mehr bieten als nur die eigenen Inhalte, m\u00fcssen mehr Funktionen bieten als das Lesen von Artikeln. <\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfen Social Media Plattformen zeigen was Nutzer heute von einer mobilen App erwarten, denn sie haben diese Erwartungen in den letzten Jahren selbst geformt. Content-Provider m\u00fcssen diese Standards aufgreifen, ohne selbst zu einem sozialen Netzwerk zu werden. Die M\u00fcdigkeit vieler Nutzer im Zusammenhang mit diesen Netzwerken ist eine Chance, aber deren Funktionalit\u00e4ten und M\u00f6glichkeiten auch eine Herausforderung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei hat Jeff Jarvis Recht: Journalistische Inhalte sind ein ein leichter austauschbares Gebrauchsgut &#8211; gef\u00fchlt gibts es aus Sicht der Nutzer keinerlei Mangel. Der vorrangige Wert des Journalismus liegt in dem durch ihn erm\u00f6glichten gesellschaftlichen Diskurs.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><a href=\"https:\/\/medium.com\/whither-news\/journalism-is-the-conversation-the-conversation-is-journalism-22a8c631e952\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>\u201cJournalism exists to be of service to the public conversation.\u201d<\/em><\/a><\/p><p>Jeff Jarvis, January 2019<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Mobile Nachrichtenangebote m\u00fcssen sich in eine Plattform, einen Service verwandeln, der Konversationen und Interaktionen beherbergt, die denen heutiger Social Media Plattformen \u00fcberlegen sind. Inhaltliche Qualit\u00e4t und Vielfalt sind die perfekten Grundlagen daf\u00fcr, aber sie alleine sind nicht ausreichend.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird immer viel davon geredet, dass man in der mobilen, digitalen Welt Experimentieren und Neues ausprobieren muss. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als damit jetzt zu beginnen. Mobile First!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>PS: Mit <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/tchop.io\" target=\"_blank\">tchop.io<\/a> bieten wir Content-Anbietern, Verlagen und Medienh\u00e4usern eine Plattform an, die redaktionelle Inhalte und Social Media Funktionalit\u00e4ten in einer eigenen App verbindet.&nbsp;Niemand kann und muss diese Idee alleine umsetzen. Technologie, die von vielen eingesetzt wird, schl\u00e4gt langfristig die Eigenentwicklung. <\/p>\n\n\n\n<p>Euer Heiko Scherer<br>Founder\/CEO tchop GmbH<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verleger und Medienschaffende m\u00fcssen \u00fcber den Tellerrand schauen und innovative, neue Angebote f\u00fcr mobile Nutzer schaffen. Wer mobil nicht erfolgreich ist, hat einen schweren Stand. 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